Ratgeber

Die WENN-Funktion mit Beispielen verständlich erklärt

Hannah Vogt Anleitung von Hannah Vogt 13.05.2026 3 Min. Lesezeit

Die WENN-Funktion ist das Herzstück vieler Excel-Tabellen. Mit ihr trifft Excel automatisch Entscheidungen: Ist ein Wert größer als eine Grenze? Dann zeige A, sonst B. Klingt simpel, und das ist es auch. In dieser Anleitung zeige ich Ihnen mit konkreten Beispielen, wie Sie die WENN-Funktion sicher einsetzen.

So ist die WENN-Funktion aufgebaut

Die Funktion besteht aus drei Teilen: einer Prüfung, einem Ergebnis bei Wahr und einem Ergebnis bei Falsch. Englisch heißt sie IF:

=IF(Prüfung, Wert_wenn_wahr, Wert_wenn_falsch)

Ein Beispiel: Ab 1.000 € Umsatz soll in der Zelle „Ziel erreicht“ stehen, sonst „offen“.

=IF(B2>=1000,"Ziel erreicht","offen")
Mitarbeiter Umsatz Status
Anna 1.250,00 € Ziel erreicht
Ben 820,00 € offen
Clara 1.000,00 € Ziel erreicht

Mehrere Bedingungen kombinieren

Oft müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein. Dafür kombinieren Sie die WENN-Funktion mit UND (Englisch AND) oder ODER (Englisch OR):

=IF(AND(B2>=1000,C2="Süd"),"Bonus","kein Bonus")

Hier gibt es nur dann einen Bonus, wenn der Umsatz mindestens 1.000 € beträgt und die Region Süd ist.

Verschachtelte WENN-Funktion

Brauchen Sie mehr als zwei Ergebnisse, verschachteln Sie mehrere WENN. So vergeben Sie zum Beispiel Noten:

=IF(B2>=90,"sehr gut",IF(B2>=75,"gut",IF(B2>=60,"befriedigend","ungenügend")))

Ab Excel 2019 ist hier die Funktion WENNS (Englisch IFS) oft übersichtlicher.

Häufige Fehler

  • Text ohne Anführungszeichen: Texte müssen in doppelte Anführungszeichen, sonst meldet Excel einen Namensfehler.
  • Komma vergessen: Die drei Teile werden durch Kommas getrennt. Fehlt eines, ist die Formel unvollständig.
  • Klammern nicht geschlossen: Bei verschachtelten WENN braucht jede Funktion ihre schließende Klammer.
  • Zahlen in Anführungszeichen: Schreiben Sie 1000, nicht "1000", sonst rechnet Excel nicht korrekt.

Tipp: Fehler sauber abfangen

Kombinieren Sie die WENN-Funktion bei Berechnungen mit IFERROR, damit keine Fehlermeldungen wie #DIV/0! erscheinen: =IFERROR(B2/C2,0). Eine fertige Tabelle zum Ausprobieren bietet unsere Monatsbudget-Vorlage.

Praxisbeispiel: Provision berechnen

Ein häufiger Anwendungsfall ist die Berechnung von Provisionen. Angenommen, jede Verkäuferin erhält ab einem Umsatz von 1.000 € fünf Prozent Provision, darunter nichts. Mit der WENN-Funktion geht das in einer Zeile:

=IF(B2>=1000,B2*0.05,0)

Erzielt jemand 1.250 € Umsatz, ergibt das eine Provision von 62,50 €. Bei 820 € bleibt es bei 0 €. So lässt sich eine ganze Provisionsliste in Sekunden befüllen.

Mitarbeiter Umsatz Provision (5 %)
Anna 1.250,00 € 62,50 €
Ben 820,00 € 0,00 €
Clara 2.000,00 € 100,00 €

WENN mit leeren Zellen

In der Praxis sind nicht immer alle Zellen gefüllt. Eine leere Zelle behandelt Excel bei einem Größenvergleich als Null, was zu unerwarteten Ergebnissen führen kann. Prüfen Sie deshalb gegebenenfalls zuerst, ob überhaupt ein Wert vorhanden ist: =IF(B2="","keine Daten",IF(B2>=1000,"Ziel erreicht","offen")). So vermeiden Sie, dass leere Zeilen fälschlich als „offen“ gewertet werden.

Wann WENNS die bessere Wahl ist

Sobald Sie mehr als zwei oder drei Stufen abbilden, wird die verschachtelte WENN-Funktion unübersichtlich. Die seit Excel 2019 verfügbare Funktion WENNS (Englisch IFS) prüft mehrere Bedingungen nacheinander und gibt das erste passende Ergebnis zurück. Das spart Klammern und macht die Formel besser lesbar. Für ältere Versionen bleibt die klassische Verschachtelung der verlässliche Weg.

Häufige Fragen

Wie viele WENN kann ich verschachteln?

Excel erlaubt bis zu 64 verschachtelte Funktionen. In der Praxis sollten Sie ab drei Ebenen lieber WENNS oder einen SVERWEIS nutzen.

Was ist der Unterschied zwischen UND und ODER?

Bei UND müssen alle Bedingungen wahr sein. Bei ODER reicht es, wenn eine einzige Bedingung zutrifft.

Kann die WENN-Funktion auch rechnen?

Ja. Statt eines Textes können Sie auch eine Berechnung als Ergebnis angeben, etwa =IF(B2>1000,B2*0.05,0) für eine Provision.

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